Methodik

Methodik

Diese Seite dokumentiert Prüfgegenstand, Aufbau, Messreihen und die Auswahl der Prüftemperatur. Sie ist so geschrieben, dass die Untersuchung nachvollzogen, geprüft und widerlegt werden kann.

Prüfgegenstand

Untersucht wird der Glühdrahtversuch nach DIN EN IEC 60695-2-11 in seiner Funktion als Regelnachweis nach DIN EN 60335-1 (VDE 0700-1), Abschnitt 30.2. Gegenstand ist nicht ein einzelnes Produkt, sondern die Architektur des Nachweises.

Prüfaufbau

Der Aufbau folgt den Vorgaben der Prüfnorm. Die Temperatur wird an der Drahtspitze gemessen und über die Beanspruchungsdauer aufgezeichnet. Aufbau und Messkette sind in der Gesamtdarstellung beschrieben. Abbildung 4 zeigt den Aufbau.

Schema des Prüfaufbaus mit Glühdraht, Prüfling und Temperaturmessung an der Drahtspitze.
Abbildung 4: Prüfaufbau

Messreihen

Die Kennwerte der Messreihen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Jeder Wert trägt sein Etikett.

Kennwerte der Messreihen an der Drahtspitze
KennwertWertEtikett
Sollwert der Prüftemperatur550 °CVorgabe der Prüfnorm
Beobachteter Einbruch, untere Grenze47 KEigene Messreihe
Beobachteter Einbruch, obere Grenze63 KEigene Messreihe
Wiedererreichen des Sollwerts innerhalb 30 sin keiner SerieEigene Messreihe
Entzündungen bei 550 °C in eigenen PrüfungenkeineEigene Prüftätigkeit, über 100 Prüfungen
Liniendiagramm: Temperatur an der Drahtspitze über 30 Sekunden. Nach Kontaktbeginn fällt die Kurve unter den Sollwert von 550 Grad Celsius und erreicht ihn bis zum Ende nicht wieder.
Abbildung 1: Temperaturverlauf an der Drahtspitze über die Beanspruchungsdauer
Detaildiagramm des Temperatureinbruchs an der Drahtspitze: Einbruch um 47 bis 63 Kelvin unter den Sollwert, je nach Messreihe, ohne Wiedererreichen innerhalb von 30 Sekunden.
Abbildung 2: Temperatureinbruch nach Kontaktbeginn (Detail)

Auswahl der Prüftemperatur

Die Prüftemperatur wird über ein Auswahldiagramm der Normenreihe bestimmt; die Vorzugswerte sind 550, 650, 750, 850 und 960 °C. Dessen Weichenbegriffe sind seit 2014 den Produktkomitees zur Definition zugewiesen und dort nicht definiert. Eine realitätsnahe Anwendung führt regelmäßig zu 750 °C oder 850 °C. Abbildung 3 zeigt die Pfade.

Schema der Auswahlpfade für die Prüftemperatur. Realitätsnahe Pfade führen zu 750 oder 850 Grad Celsius, der Regelpfad endet bei 550 Grad Celsius.
Abbildung 3: Pfadmatrix zur Auswahl der Prüftemperatur

Der Verweisring

Die Gerätenorm verweist für die Prüfung auf die Prüfnorm. Die Prüfnorm verweist für ihre Grenzen auf die Anwender. Jede Stelle darf annehmen, dass die Gesamtfrage an anderer Stelle geprüft wurde.

Zur Richtungsbilanz aller dokumentierten Entscheidungsstellen

Offenlegung und Ringversuch

Rohdaten und Prüfaufbau sind offengelegt. Eine Überprüfung im Ringversuch ist angeregt. Fachstellen erhalten die Rohdaten, die Aufbaubeschreibung und die Messprotokolle auf Anfrage über die Kontaktseite.

Fundstellen: DIN EN IEC 60695-2-11, Abschnitt 1 · DIN EN 60335-1 (VDE 0700-1), Abschnitt 30.2 · Übernahmeregeln der Normenreihe 60695 · Verordnung (EU) Nr. 1025/2012, Artikel 11 · Richtlinie 2014/35/EU, Artikel 20 und 21 (Nachweis der Fundstellen in der Gesamtdarstellung)